Meinen Arbeiten liegt die Überzeugung zugrunde, daß sich die gesamte Welt als ein System von Netzwerken begreifen läßt, in denen Energie- und Kommunikationsströme sich gegenseitig überlagern, verstärken oder auch kurzschließen. In meinen Installationen verbinden sich Kabel, Leitungen, Monitore, Sound, Tongeber, Lampen, und die verschiedensten Objekte technischer Herkunft zu raumfüllenden Arrangements, in denen die unsichtbare Infrastruktur unserer >technologischen< Lebenswelten zum plastischen Erlebnis wird.

Meine Installationen haben oftmals den Charakter von Funktionalität, real oder auch nur gedacht: sie verkörpern scheinbarere Funktionalität bei offener Materialästhetik, wie ein plastisches Bild oder auch zu sehen als "eine Zeichnung im Raum".

Die ineinander verschlungenen Kabelschläuche bzw. Verbindungen und die in sie eingebetteten Geräte oder Objekte erscheinen symbolisch als ästhetische Transformationen ihres ursprünglichen Nutzungszusammenhangs. Zugleich bleibt die Funktionalität aber in Teilen durchaus real oder auch umgeformt erhalten.

Sobald sie zu elektrisiertem, oft durchaus lautstarkem Leben erwachen, ausgelöst z. B. durch Bewegungsmelder, durch Bewegung des Betrachters im Raum, verwandelt sich ihr (scheinbar) alltägliches, technisches Instrumentarium in einen organischen, pulsierenden Kosmos, der von dem widersprüchlichen Lebensraum des Menschen an der Schnittstelle zwischen Natur und Technik kündet.

                                                                                                                     Siegfried Fuhrmann